609576 - Wolfgang Langenbucher, Theodor Venus: Kommunikationswissenschaftliches Seminar: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Gesellschaft. Deutschland, Großbritannien, Österreich im Vergleich., iG-7.3/7.4.1/8.1.3, VO/UE
Bzgl. Streik: die StudentInnen sollen nicht an der Absolvierung von Lehrveranstaltungen gehindert werden.
Großbritannien: BBC gilt als Beispiel für öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Privatrundfunk ist aber schon sehr lange möglich.
Deutschland: "Duales System" seit den 80erjahren.
Österreich: nur öffentlich-rechtlicher Rundfunk bis zum Ende der 90er.
Entwicklung in Deutschland: Kabelfernsehen (und später Satellit) hat die möglichen freien Kanäle vervielfacht. Nachher wurde festgestellt, daß auch terrestrische Frequenzen frei sind.
Was hat der ÖR Rundfunk für Kultur, Politik und Gesellschaft geleistet? Integration (umstritten)
Öffentlich-rechtliche Sender waren anfangs nationale Programme, die eine ganze Gesellschaft erreichen konnten. (Z.B. Auftrag des ORF: Vollversorgung.) "Rundfunk für alle"
Nicht aus Verkaufpreisen, nicht aus Steuern, sondern je nach System ein bißchen unterschiedlich aus Gebühren. Die Existenz ist also unabhängig von der Popularität. Neben den Gebühren gibt es allerdings in den meisten Fällen auch Werbeeinnahmen.
(Hat die Werbung an der Substanz der ÖR Sender etwas geändert? "Selbstkommerzialisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks")
Text von Gerd Bacher: "Die Zukunftsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks"
Sich mit dem Bacher-Text auseinandersetzen. Einige anregende Fragen:
Ursachen für die Infragestellung des Rundfunkmonopols.
Wo sehen Sie die Ursachen für die bis in die Gegenwart anhaltende zögernde österreichische Rundfunkpolitik?
Gefährdet die Pluralität der Programmanbieter die durch den ö-r. RF gewährleistete Integrationsfunktion und was tritt an ihre Stelle?
Worin bestehen die inhaltlichen Stärken ör gegenüber privaten Anbietern?
Wie reagierten ör Sender in Österreich, Deutschland und GB auf private Konkurrenten? Inwieweit halten Sie diese Reaktion für unzureichend bzw. überzeugend (Selbstkommerzialisierung)?
Wo ließen sich Synergieeffekte zwischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstaltern und anderen Kulturinstitutionen herstellen?
Welche Unterschiede des "dualen" Rundfunksystems in Österreich, Deutschland und Großbritannien fallen Ihnen auf?
ca. 6000 Zeichen (ca. 3 Seiten) bis 21. 3. 2001
Problem: wenig methodische Literatur zum Vergleich von Rundfunksystemen. Vorschlag: auf politikwissenschaftliche Texte zurückgreifen, wo Systemvergleich zu den zentralen Methoden gehört. Hans-Jörg Kleinsteuber: "Mediensysteme in vergleichender Perspektive" in: "Rundfunk und Fernsehen" (heute "Medienforschung und Kommunikationswissenschaft") 1993/3, S. 317-338
Einzel- oder Gruppenarbeiten. (Risiko des Scheiterns bei Gruppenarbeiten höher.)
Ab ca. Mai sollte wenigstens ausschnitthaft der Inhalt für Referate zur Verfügung stehen.
Sollen öffentlich-rechtliche Sender das senden, was ihr Publikum sehen will oder sehen soll?
"Sehqualität": wie aufmerksam verfolgt das Publikum die Sendung?
Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten sind meist sehr monokratisch, hierarchisch organisiert.
Popmusik
Gameshows (Import aus den USA)
importierte Filme (nachdem die Filmindustrie einverstanden war)
Auslagerung der Programmproduktion
Deutsche Bundesländer mußten sich zuerst technische Kompetenz aufbauen, um festzustellen, daß Frequenzen frei sind.
In Österreich gibt es fast nur beim ORF die Kenntnisse über den wirklichen Stand der freien Frequenzen.
Nichts geschieht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ohne den Willen oder Billigung der Politik.
1. Themenkreis: Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk
2. Programmauftrag und Kontrolle; Interpretation der RundfunkvertreterInnen und der Rechtsprechung; Fernsehpreise
3. Entwicklung der Angebotsstrukturen des Bimediums: Einzelne Programmangebote, zuerst in einem nur einige Stunden langen, später 24-Stunden-Programm. Regionalisierung; Dritten Programme; internationale Programmangebote; 3sat; SeherInnenforschung
4. Sendeformate, ProgrammschöpferInnen, Programmleistungen: Erfindung von Programmformaten; Politische Magazine; Wissenschafts- und Bildungsangebote; Theater und Literatur; Parlament; Nutzung ausländsicher Programme in Österreich
5. Die Ökonomie der Qualität: Finanzierung und Kostenentwicklung. Kinofilm im Fernsehen; Finanzierung im Wandel; Rundfunk als Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor; Kosten des Wettbewerbs; Ökonomie der Programme
6. Der ör Rundfunk unter Druck
Deutschland: Hans Bausch: Rundfunkpolitik in Deutschland (2 Bd.); Dietrich Schwarzkopf (Hrsg.): Rundfunkpolitik? in Deutschland, dtv.
England: Asa Briggs: ...Broadcasting... (1974, 5 Bde); Peter Humprey
1.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.11 Gründung, Entwicklung, Programmangebot von 3Sat
3.12 Frühe Hörer- und Seherforschung
4.5 Fernsehspiel
4.9 Religion im ÖR Rundfunk
Kinderprogramme
4.13 Ö3
5.2 Finanzierung im Wandel
6.1 6.2 6.3
2.7 Kontrollgremien
2.9 Vom Monopol zum Marktführer
3.2 Entwicklung der quantitativen Programmstrukturen
3.3
3.7 Regionalisierung und Lokalisierung
3.13 Institution building
4.7 Feature
4.8
5.5
6.4 Einflüsse europäischer Rundfunkpolitik
Recherche übers Internet jetzt möglich: http://www.hans-bredow-institut.de/
1922 gegründet, 1927 "Royal Charta": Rundfunk als "public service". Das Unternehmen darf alles tun, was in der Charta nicht verboten ist.
Unbeschränktes Zugriffsrecht der jeweiligen Regierung auf BBC; nach allgemeiner Übereinkunft nicht üblich, kurze Perioden der Regierungsbeeinflussung in Kriegszeiten. Zentrales Hoheitsrecht: Personalauswahl.
"Board of Governors": Kuratorium/Aufsichtsrat. Puffer zwischen Regierung und der BBC selbst. Entscheidungsgremium für alle relevanten Fragen. Berufen von der Regierung, in Absprache mit der Opposition. Mitglieder als Personen und nicht als RepräsentantInnen.
General Manager von BoG bestimmt.
Bis 1954 Monopol. (1949 Untersuchungskommission "Beverage committee": Minderheitsvotum für Konkurrenz) 1954 ITV: halb privat, halb öffentlich-rechtlich. Aufsichtsrat öffentlich-rechtlich.
(Literaturempfehlung: Barry McDonald: Broadcasting in the UK 1993)
1963 BBC2: Schlußfolgerung einer Untersuchungskommission: ITV ist so schlecht, besser noch ein ÖR Kanal.
(Anmerkung: In Großbritannien und Deutschland sind öffentliche Diskussionen über den ÖR Rundfunk erwünscht und üblich. In Österreich Bestrebungen, Diskussion möglichst gering zu halten oder gar nicht entstehen zu lassen: Defizit der österreichischen Rundfunkpolitik.)
Rolle der BBC im 2. Weltkrieg: Deutschsprachige Sendung begründet das objektive Image.
(Fremdsprachige Sendungen von der Regierung getragen, aber ohne redaktionelle Eingriffe.)
Vorbildwirkung der BBC für Deutschland: In den 3 westlichen Besatzungszonen wurden deutsche und BBC-Traditionen gemischt; Privates Rundfunkssystem der USA und das staatsnahe französische Modell waren keine erstrebenswerten Systeme.
Rundfunk(politik) Ländersache, aus zwei Gründen.
Besatzungsmächte begannen den Wiederaufbau auf Länderebene, es gab damals gar kein "Westdeutschland".
Grundsatz: Die Macht über den Rundfunk muß verteilt sein. Also Länderrundfunkanstalten.
US-Besatzungszone: sehr föderalistisch
GB-Besatzungszone: eher zentral (in den Bundesländern)
Bund versuchte später, zentrale Elemente zu restaurieren, Länder leisteten Widerstand. Zuständigkeit für die Technik lag bei der Bundespost.
Föderalistische Struktur durch Bundesverfassungsgerichtsurteil festgeschrieben. ("Magna Charta der Rundfunkfreiheit in Deutschland") Aus Art. 5 der deutschen Verfassung und anderen Bestimmungen: Rundfunk fällt in die Verantwortung der Bundesländer; Bundesrundfunkanstalten für Auslandsprogramm möglich.
Vom Bund eingesetzte Kommissionen sollten immer wieder prüfen, wie es weitergehen soll: Oft entscheidende Weichenstellungen. (Widerstand der Länder.)
Sowohl ARD als auch ZDF sind föderalistisch organisiert:
ARD: Sammlung der Programme von Landesrundfunkanstalten. (Zulieferung nach festen Prozentsätzen.)
ZDF: Gemeinsame Einrichtung der Länder: Staatsvertrag der Länder.
Rundfunk traditionell Bundessache. Bis 1966 kein Rundfunkgesetz. (Telegraphengesetz aus 1924)
1924 Debatte um Länderkompetenzen; einige Bundesländer wollten Kompetenz. (Verfassungslage war unklar; Regelungsbefugnis des Bundes wurde letztlich bestätigt.)
Nach 1945: Föderalismusbestrebungen der Besatzungsmächte. 1954 Zugriff des Bundes auf die vorher autonomen Besatzungssender.
Verfassungsurteil Oktober 1954: Rundfunk ist im technischen und kulturellen Bereich Bundessache.
Rundfunkvolksbegehren 1966: BBC-Modell vorgeschlagen.
Rundfunkgesetz aus 1974: kaum Widerspruch der Länder. Verfassungszusatz: Rundfunkgesetzgebung Bundessache.
Bacher schlug einmal eine "audiovisuelle Nationalbibliothek" vor. (Verpflichtung der Verlage, ihre gedruckten Produkte bei der Nationalbibliothek zu hinterlegen: nur im Printbereich! Audiovisuelles Material zu finden ist extrem schwierig.)
(Exkurs: der ORF begrenzt den Zugang zu seinem mit großem Aufwand erstellten, sehr leistungsfähigen Archiv. Zugang ist sehr kostspielig und aus Forschungsmitteln kaum finanzierbar.)
Vortrag von Prof. Saxer in den nächsten Wochen übers Schweizer Fernsehen.
Prozesse der Institutionalisierung als Folge der technischen Entwicklung: Am Anfang autonome und unkontrollierte "Selbstinstitutionalisierung": z.B. sehr kritische Nachrichten, weil das Interesse und somit der Einfluß der Politik noch gering sind. Dann beginnt die Phase, in der die Politik versucht, die Kontrolle zu übernehmen.
Zuerst Einfluß der Besatzungsmächte => keine guten Startbedingungen.
Aufteilung des Medienbereiches durch die Große Koalition (1945-1966).
Bis zum Rundfunkvolksbegehren 1965 und Rundfunkgesetz 1966 keine gesicherte Finanzierung und auch kein Redaktionsstatut.
Das politische Magazin: innenpolitischer Schwerpunkt, Außenpolitik nicht vollständig ausgeklammert.
Semiaktuelles Magazin: z.B. "Teleobjektiv", unregelmäßig monatlich, bewußt nicht in der Primetime.
Special Interest Magazine: nicht politisch, an Minderheiten gerichtet; Infotainment-Charakter. (z.B. "Panorama": boulevardesk und kritisch. "Prisma": Frauenthemen, hatte in der männerdominierten Politik nur kurzen Bestand.)
In den 80erjahren Bipolarität: klare Trennung zwischen Innen- und Außenpolitik.
Die Professionalisierung im Hinblick auf klare redaktionelle Kompetenzaufteilung hat im ORF 8-10 Jahre gedauert.
Rundfunk ist immer politikgesteuert, weil die Politik erst die Gesetze für sein Bestehen schafft. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk kann nie so unabhängig sein wie privatwirtschaftlich organisierte Redaktionen.
Einflußnahme der Politik durch Diskussion von Programmänderungen, Ankündigung von Gesetzänderungen, Kritik am Medium usw.
Gastvortrag am 16. Mai: einer der "Vier Weisen", die die "Empfehlungen zum ORF-Gesetz" erstellt haben.
Vorschläge der "Weisen":
Programm- und Versorgungsauftrag: Vielseitiges Programm für alle. (Alle: hat in Österreich auch eine technische Implikation! Österreich ist ein kompliziert zu versorgendes Rundfunkgebiet - in Österreich erst Mitte der 80erjahre Vollversorgung.)
Heute ist es schwierig, Fernsehen und Radio "für alle" zu machen, weil das Publikum sich differenziert und das Angebot sich vergrößert hat.
Der Begriff "Bildung" kommt nicht vor, ist in "Kultur" versteckt.
Wettbewerbstauglichkeit und Teilnahme an der technischen Entwicklung. (Streit darüber begann schon bei Teletext!)
Zur Ausübung der Aufgabe muß die Unabhängigkeit sichergestellt werden.
Unabhängigkeit: Recht und Pflicht der MitarbeiterInnen. Unabhängigkeit = Unabhängigkeit von Staats- und Parteieneinfluß, aber auch von anderen Medien und Lobbies.
Patronanzsendungen dürfen nicht von Medieninhabern mit einer bestimmten Konzentration (30 % Reichweite) übernommen werden.
Gesetzliche und andere Vorschriften - obwohl die Wissenschaft behauptet, publizistische Objektivität sei nicht möglich.
Auffassungen in der Diskussion um die Objektivität:
1. Wünschbarkeit und Möglichkeit der publizistischen Objektivität werden vorbehaltlos bejaht
2. Wünschbarkeit und Realisierbarkeit werden kritisch bejaht (Kommunikationsvoraussetzung, praktikable Berufsnorm)
3. Wünschbarkeit wird anerkannt, die Verwirklichungsmöglichkeit bestritten oder bezweifelt. Additive Objektivität: Sachlichkeit, pluralistische Meinungsrepräsentation, "Fairness"
4. Wünschbarkeit und Möglichkeit verneint.
Die Problematik selbst wird schon negiert.
Heute nur mehr vorwissenschaftlich anzutreffen.
Häufig bei PolitikerInnen und JuristInnen.
Häufig bei empirischen KommunikationswissenschaftlerInnen.
Gegenideologie zum Regulativ.
Radikal pluralismusfeindliche oder konstruktivistische Position.
MERKEN: Bei der Diplomprüfung fallen StudentInnen durch, wenn sie diese Position vertreten, ohne den Gedankengang präsentieren zu können. 8-)
Reduktion ist eine sehr wichtige Eigenschaft der Medien.
Publizistische Objektivität meint die Verpflichtung bzw. den Willen zu einer unverzerrten, daher allgemein annehmbaren journalistischen Beschreibung der Wirklichkeit. (Auch die wissenschaftliche Wahrheit ist nicht absolut, sondern Konsens.)
BBC verwendet die reduktive Objektivität: Meinungen immer als Zitat, damit ist es ein "Fact". (Problem: es ist sehr leicht, jemanden zu finden, der/die eine beliebige Äußerung macht.) Probleme mit der Interpretation der Fakten.
Additive Eigenschaft: "Augenzeugenfunktion" - "Gesamtwahrheit" wird aus den verschiedenen Positionen konstruiert. ("Rot-Schwarz-Redaktion")
Objektivität mit den Mitteln der Subjektivität: Niemals einen Zweifel daran lassen, daß die geäußerte Meinung eine persönliche ist.
Die Publikumszustimmung als Kriterium kann auch durch manipulative Methoden erreicht werden. Deswegen ist Medienvielfalt wichtig.
Das Prinzip der Objektivität ist das beste Verkaufsargument für Nachrichtendienste.
Die Demokratie braucht halbwegs zuverlässige, konsensfähigeWirklichkeitsdarstellungen.
Objektive Berichterstattung kann aber auch die Konsensfähigkeit verlieren, wenn sie "zu kritisch" ist (das allgemein verbreitete Weltbild zu sehr in Frage stellt).
"Schummeln" im Sinne des Gemeinwohls: Wenn bestimmte Informationen zu früh publik werden, schaden sie der Gesellschaft oder verhindern die angestrebten Effekte der Veränderung (z.B. finanzielle Entscheidungen).
Totale Konfusion der "Informationsgesellschaft": Jede Meinung kann nach Belieben bezogen werden.
Kriterium der Vollständigkeit: Gibt es noch Meinungen, die nicht wiedergegeben wurden? Problem: Eigene Veranstaltung, um überhaupt in die Medien zu kommen. (PR)
Die reine Faktizität ist oberflächlich.
Kriterium der Ausgewogenheit: Plazierungsregeln, "Einmal Schwarz, einmal Rot"
Objektivität kann nur duch eine Mischung aus reduktiven und additiven Methoden angenähert werden. Transparenz ist wichtig: Wie viele Leute haben wann was gesagt? Nicht immer praktikabel, aber Bewußtsein dafür ist wichtig. Es ist sehr anspruchsvoll, die Komplexität der Welt zu reduzieren.
Medien sind die größte Auftraggebergruppe der Meinungsforschungsinstitute. Das kann eine Investition in Objektivität sein. Aber auch problematisch.
Donnerstag, 12 Uhr NIG HS 1: Ulrich Saxer: Ethik.
Weiterer Ablauf des Seminars: ab 05-23 werden die Themenblöcke im Seminar kurz referiert, in der Reihenfolge der Nummern.
Am 05-23 wird eine TeilnehmerInnenliste durchgegeben, wer dort nicht aufscheint, existiert nicht mehr fürs Seminar.
Aus einer Reihe "Zeichen der Zeit" des Süddeutschen Rundfunks. ("Die Stuttgarter Schule" des Dokumentarfilms.)
Kontext: 8 Mio. Fernsehgeräte in Deutschland in der Zeit. - Kinosterben, Verbreitung von Autos etc.
Publikumskritik: "Funk- und Fernsehfreunde e.V." fordert Mitbestimmung über die Programme und Gesetzänderung. Kritik über zu anspruchsvolles Programm. Forderung nach leichter Unterhaltung, Wegfall der politischen Berichterstattung.
Systematische Publikumsforschung (Infratest), 300 repräsentative Interviews pro Tag: Einstellung insgesamt positiv. (Fernsehen so intensiv und beschäftigt die Menschen stark, daher starke Reaktionen.)
Hans Bausch: Einfluß des Infratests auf die Fernseharbeit: Ergebnisse wichtig, aber kein "Programm für 51 %". (Beispiel: Sendung über die Nazizeit bewußt ins Programm gesetzt.)
Fernsehausschuß (Gremium des Rundfunkrats) - "Vertretung des Publikums", von Religionsgemeinschaften und vom Landesparlament gewählt. Überwacht das Programm.
Ablehnung der Intellektuellen: Professor sagt "keine Zeit", Studenten: Abhängigkeit, Kinder verbildet. ("Trojanisches Pferd im Wohnzimmer")
Vorläufer: 1924 RAdioVerkehrs AG: Proporzmäßig aufgeteilt, politisch sehr eng kontrolliert.
1938: Eingliederung in die Reichsdeutsche Rundfunksgesellschaft
1945-1955 von Alliierten kontrolliert. Fernseh- und Radioverbot (UKW) bis 1953.
1952 Stockholmer Rundfunkkonferenz: 9 Fernseh-, 28 UKW-Radiosender
1. August 1955: Öffentliches Versuchsprogramm des ORF (damals staatlich)
1957: ORF GmbH ("Proporzfunk")
1964: Rundfunksvolksbegehren für Unabhängigkeit des ORF
Rundfunkreform 1974: Wieder mehr Zugriff der Politik
Rundfunkgesetznovelle 1984: Kuratorium auf 35 Sitze aufgestockt
Regionalradiogesetz 1993: zuerst vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben
Geplante Rundfunkreform 2001: ORF => Stiftung, Privatfernsehen ab 2002, Weisungsrecht für GI
Literatur: http://mediaresearch.orf.at/, kaum eigene Literatur zur ORF-Geschichte, kleine Teile in einzelnen Werken. ORF Almanach.
Deutsche Rundfunksordnung von den Alliierten bewußt vielfältig geplant, nach den Richtlinien des BBC, und föderalistisch.
Rundfunkstaatsverträge, an denen mehrere Bundesländer beteiligt sind.
Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage nach der Entstehung der Privatsender: Verlust von Werbeeinnahmen, aber steigende Programmkosten.
Finanzierung: Gebühren und Werbung (mit Einschränkungen)
Großbritannien: Initiative der Elektroindustrie.
1922: BBC. Autonomes, unabhängiges Kontrollgremium.
1929 zweites Radioprogramm, 1932 Auslandsprogramm.
50erjahre: Privatsender Independent Television, auch staatlich kontrolliert.
Finanzierung: durch Rundfunkgebühren, Werbeeinnahmen nur bedingt.
1989 "Telerevolution": Live-Übertragung der Proteste und folgenden Revolution => extreme Massenmobilisierung. Gelogene Zahlen, Inszenierung der Exekution des Ceaucescu-Ehepaares.
Nach der Wende: Massive Rundfunksubvention durch den Staat.
Das öffentlich-rechtliche Fernsehen gewinnt trotz privater Konkurrenz an Popularität, arbeitet auch ohne Verlust.
Verfassungsgesetz: Freie Meinungsäußerung, Informationsfreiheit, Pressefreiheit, Freiheit der Berichterstattung durch den Rundfunk. Zuerst war unklar, was der Bund im Rundfunkbereich machen darf.
Programmauftrag, Grundversorgung mit Information, Bildung, Kunst, Unterhaltung usw. Aufgabe ist mit unternehmerischen Mitteln wahrzunehmen. Unabhängige gemeinnützige Anstalten.
"Grundversorgung": vom Gericht erfunden, ebenso wie "gesellschaftlich relevante Kräfte".
"Programmauftrag" kein natürliches Konzept - wer als PresseverlegerIn sowas bekäme, würde sofort zum Verfassungsgerichtshof laufen. Gründe: Frequenzknappheit => Monopol; "Fortsetzung der Schule".
Kontrollgremien waren schon vor dem Programmauftrag da.
Föderalismus war eine von den Alliierten Besatzungsmächten bewußt eingesetzte Form. Das gesamte Gebiet der Kultur ist Sache der Länder, deren Macht ist in diesem Bereich am größten, die Macht des Bundes ist stark eingeschränkt.
35 Mitglieder, 3 Jahre. Weisungsfrei, können sich aber nicht dem Einfluß der entsendenden Organisation entziehen, an Parteigrenzen gespalten.
Kompetenzen: Personal, Finanz, Programm.
16-74 Mitglieder, 4-6 Jahre.
Entsendet von "gesellschaft relevanten" Gruppen bzw. Parteien/Parlamenten. ("Freundeskreise": Fraktionsbildung rot/schwarz + einige "graue")
Kompetenzen: Personal, Richtlinien, Finanz, Beratung in Programmfragen
12 Mitglieder, 5 Jahre. Nominell von der Queen entsendet, faktisch von der Regierung und der Opposition und auch von der BBC selbst. Parteizugehörigkeit wird traditionell nicht ausgenutzt.
Kompetenzen: Personal, Richtlinien, Kontrolle der Services, Sicherstellung der Leistung für die Gebühren, Mittler zwischen Öffentlichkeit und BBC.
Deutschland: Rundfunkräte sind übers Programm schlechter informiert als die Bevölkerung, sie schauen auch wesentlich weniger und ziemlich anders fern als die normalen ZuschauerInnen.
Die Rundfunkgebühr wird in Österreich durchs Kuratorium festgelegt, in Deutschland über andere Wege. Die dortigen Rundfunkräte sind daher finanziell eingeschränkter.
1949 technische Planung in Österreich trotz Sendeverbots
1952 erste Fernsehsendung (kurzer Geburtstagsgruß)
1953 bei Konferenz Frequenzen für Österreich, Sendeverbot aufgehoben
1. August 1955: Erste wirkliche (Test)Sendung
Erstes Programmschema ab Februar 1956: an 4 Tagen der Woche jeweils einige Stunden (Hauptabendprogramm)
Ab 1957 nur fernsehfreier Dienstag
1958 Fernsehgebühren, 1959 Werbung; fernsehfreier Dienstag entfällt.
Programm nach Wochentagen auf Themen aufgeteilt, z.B. Freitag/Samstag Unterhaltung, Sonntag/Mittwoch Theater.
1962 Schulfernsehen am Vormittag; Abendsendung ab 19:00.
(Exkurs: Die deutschen Privatsender begannen in den 80erjahren ähnlich. Programmplanung ist empirisch, die Programmentscheidungen müssen vom Publikum bestätigt werden. Zentrale Frage: wann beginnt die Hauptsendezeit?)
1967 neues Rundfunkgesetz: Programmreform, FS2 wird ausgebaut. Grundprogramm bleibt FS1, da es von mehr Leuten empfangen werden kann.
1970 FS2 Vollprogramm. Überlegung: Kontrastprogramm oder gegenseitige Ergänzung?
1974 gleichrangige Programmintendanzen für FS1 und FS2.
1980 Landesstudios, Ausweitung von "Österreich-Bild", ab 1986 wirkliche Regionalsendungen.
1986 Podgorsky Generalintendant: Kultur wird aufgewertet.
Woher kam die Zeit fürs Fernsehen? Vom Lesen, vom Kino, von Familienaktivitäten und vom Schlafen (durchschnittliche Schlafzeit seit Einführung des Fernsehens um ca. eine Stunde zurückgegangen!). Die Freizeit ist aber auch mehr geworden.
Die Auffüllung der Nacht und des Vormittags ist erst in den 90erjahren unter Zeiler gekommen. In Österreich liegt die Fernsehnutzung traditionell niedriger als im internationalen Vergleich.
1952 bereits regelmäßiges zweistündiges Programm.
1953 Fernsehvertrag: Fernsehanstalten schließen sich zum ARD zusammen.
1954 Gemeinschaftsprogramm beginnt. Umschalten zwischen verschiedenen Anstalten hat anfangs bis zu 15 Minuten gedauert. (Vorabendprogramm: Regionalprogramm der Landesanstalten; ARD ab 20 Uhr. Werbung nur vor 20 Uhr.)
1961-63: ARD füllt auch das zweite Programm.
1963 ZDF: Zentrale Programmkoordination, deswegen flexibler. (Im Rundfunksstaatsvertrag wurde die Koordination mit dem ARD festgeschrieben.) Eher auf Unterhaltung ausgerichtet.
In den 60erjahren war der Lehraspekt wichtig; auch Politisierung (Diskussion etc.) nimmt zu.
70er: Dritten Programme werden zu Vollprogrammen ausgebaut.
1981: Rundfunkurteil: Monopol muß beendet werden.
1984: Erste Kabelsender. Das ÖR Rundfunk weitet das Programm aus, um der drohenden Konkurrenz zuvorzukommen.
Die Ausweitung der Programmzeiten war nichtdie Folge des Publikumsinteresses; die Nutzung ist weit weniger stark gestiegen als das Angebot.
1955 Hörfunkprogramme für Minderheiten.
1963 ZDF; vorher wurde das zweite Programm auch vom ARD gestaltet. Dieses "Überführungsprogramm" und die Ressourcen dafür blieben bei den Landesmedienanstalten und bildeten die Basis für die Sendung der Regionalprogramme.
1964 Zustimmung der Regierung und der Post.
1964 Idee, die 3. Programme als Bildungsprogramme zu nutzen. Daneben setzten die Programme auch auf Kultur. (Differenzierungsprinzip statt Integrationsprinzip, Hoffnung, die Fernsehkritik der Eliten abzubauen.)
Präsentationsstrukturen waren an den Universitäten und Schulen orientiert, es gab keine eigens entwickelte Fernsehdidaktik.
Bewußter Kontrast zu den Vollprogrammen, keine Konkurrenz.
(Die ProgrammplanerInnen hatten eine unrealistische Vorstellung vom Medium. Sie wollten aus einem Unterhaltungsmedium ein Bildungsmedium machen.)
Während der Fernsehkrise begannen die Dritten Programme, sich zum Vollprogramm auszubauen, immer noch ohne Konkurrenzanspruch, sondern um neue Schichten anzusprechen. (Entwicklung Ende der 70erjahre abgeschlossen.)
Schon vor der Einführung der Privatsender gab es also schon Konkurrenz.
Die Marktanteile und Einschaltquoten der Landesprogramme sind sehr von der Programmausrichtung abhängig und daher stark unterschiedlich.
Reaktion auf CNN. Stündliche Nachrichtensendung, regelmäßige Englisch-Lernprogramme. Vorteil durch die Ressourcen des BBC (KorrespondentInnen usw.).
100-%-Tochter von BBC, finanziert von BBC Enterprises.
Kommerziell organisiert, aber dem Public Service-Gedanken von BBC verpflichtet.
In Europa ca. 1 Mio. ZuschauerInnen-Haushalte, immer noch nicht so verbreitet wie CNN; allerdings bessere regionale Gliederung als CNN.
Keine Konkurrenz zu nationalen Nachrichtensendungen, sondern Ergänzung.
Deutsch-französische Zusammenarbeit, zwei nationale Säulen und eine in Straßburg.
Programmanspruch: Europäische Kultur. Auch Alltagskultur soll miteinbezogen werden: anspruchsvoll, aber nicht elitär.
Sprachproblem halbwegs überwunden. 5 % des Programms sind textfrei, rein mit Bildern.
1979 "Ö3 International" für die UNO-City in englischer und anderne Sprachen.
1992 österreichweit, stereo, auf der 4. ORF-Sendekette. Auch deutschsprachige Nachrichten.
1995 FM4: öffentlich-rechtliche Alternative zu den Privatsendern mit Alternativ-Musik.
Weltradio des ORF, für internationales und auslandsösterreichisches Publikum.
Kosten vom Bund übernommen.
Sprachen: Deutsch, englisch, französisch, spanisch und arabisch.
Personalstand: ca. 50 Personen, 14 Stunden täglich (von der Regierung zusammengestrichen).
Mit dem neuen ORF-Gesetz könnte RÖI dem ORF eingegliedert werden.
29 Sprachen, Service-Angebot auch im Internet.
Bundessache, da aufs Ausland konzentriert.
1.700 MitarbeiterInnen aus 70 Nationen.
(Brief des Instituts an Unterrichtsministerin Gehrer: Wegen der Personalsituation am Institut ist das ordentliche Studieren nicht möglich; es wird um Erlassung der Studiengebühr ersucht.)
(1.800 Erstinskripierende im letzten Jahr, in den Einführungsvorlesungen 1.200 beim ersten Termin. De-Facto-Numerus Clausus wird geplant - Los entscheidet, wer aufgenommen wird, alle anderen kommen auf eine Warteliste.)
Radio und Fernsehen sind an sich nur technische Übertragungsmittel. (=Wasserhahn für Bilder)
Zu Beginn der 70erjahre entstanden kritische und politische Magazine im ORF, später wieder eingestellt, da die Politik nicht an Kritik interessiert war. Einzelne Magazine haben sich an Parteien orientiert, Gerd Bacher wollte aber keine Parteimagazine und vereinigte sie.
1973: Horizonte. Verschiedene Chefs mit unterschiedlichen Konzepten im Laufe der Zeit.
1970-1974: Querschnitte. Innen- und Außenpolitik.
1974-1984 Teleobjektiv. Gesellschaftskritisches Magazin fürs In- und Ausland.
1976-1984 Prisma. Schwerpunkt: Emanzipation. 1984 wegen ZuseherInnenverlust eingestellt.
Seit 1995 Thema. Wöchentlich, durchschnittliche Länge der Beiträge: 10 Minuten. Einschaltquote: ca. 12 %. Aktualität ist wichtig.
Report. Hintergrundinformationen zum aktuellen innen- und außenpolitischen Geschehen.
"Panorama": seit 1961 (Vorgänger seit 1957 beim NDR).
"Report" aus Mainz seit 1966 (Vorgänger seit 1960).
(Rat von ORF-Mitarbeiter: wegen Informationen bei der Öffentlichkeitsarbeit anrufen und nach den zuständigen MitarbeiterInnen fragen, denen dann per e-mail präzise Fragen stellen.)
Schwerpunkte: österreichische Innenpolitik; Reportagen aus dem "wirklichen Leben".
Aktuelle Berichterstattung mit Hintergrundberichten und Analysen.
Essays zu Themen, die "in der Bevölkerung umstritten sind".
Religion im Radio bereits bei der RAWAG, ab 1931.
Redaktionelle Verantwortung lag in Österreich beim Rundfunkunternehmen; in Deutschland bei den Kirchen.
Fernsehen: ab 1957 Übertragungen.
Richtlinien zur religiösen Programmgestaltung: gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften sind "angemessen" zu berücksichtigen. Die Verantwortung liegt immer beim ORF.
"Kreuz & Quer": Reichweite ca. 3,8 %, vor allem Frauen und Studierende.
In Deutschland sind die Kirchen auch ein wichtiger Faktor in der Gestaltung der Rundfunkordnung (Institute, Gutachten etc.).
Begriff schon im NS-Fernsehen verwendet.
Abgrenzung von Theater und Film: 6 verschiedene wissenschaftliche Positionen. (Theater? Film? Keines davon? Beides?)
Zuerst immer live, da keine Möglichkeit zur Magnetband-Aufzeichnung. 3-4 Kameras, live gemischt. ("Fernsehtheater") Wiederholung ein großes Problem. => Versuche mit Film.
Neues Erlebnis für die ZuschauerInnen: Großaufnahmen der wichtigen Personen.
Zuerst wurde auf klassische Theaterstücke zurückgegriffen.
Ab 1958 Versuche mit MAZ. Zuerst Aufzeichnung der Generalprobe und parallel zur Live-Übertragung gestartet, um bei Problemen umschalten zu können.
Neue Diskussion nach Beginn der MAZ-Ära: Was ist noch einzigartig am Fernsehspiel?
Fernsehspielabteilungen beginnen mit der Suche nach neuen Stoffen, nicht mehr Theateradaptionen. (Anteil der Literaturadaptionen von 90 % (1957) auf 40 % (1977) gefallen.) Allerdings herrschte zuerst ein Mangel an AutorInnen, die fürs unerprobte Medium schreiben wollten.
Adaptionen hatten einen großen Erfolg; dramatische Werke waren gut fürs Image.
ORF: Drei Autorenwettbewerbe 1973-1976.
"Dokumentarspiel": Fiktion und Realität werden vermischt. Vorbilder aus den USA und GB.
1963: "Alles Gerettet": erstes Dokumentarspiel in Österreich.
Dokumentarspiele in Österreich meist Monographien über eine Person.
Zeitgenössische und Vergangenheitsthemen, Beschäftigung mit dem Faschismus, ab 1962 stärker (auch im Theater und in der Literatur); Alltag, Ost-West-Konflikt.
Ab 1970 soziale Randgruppen, Drogen, Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt, Familienprobleme usw. => keine Beschönigung der Realität mehr.
Ab September wird es entweder gar keine AnfängerInnen-Lehrveranstaltungen und -Aufnahme geben oder (auf Weisung der Uni) nur eine Auswahl von 350 bis 450 AnfängerInnen aufgenommen.
Das Institut will das nicht, kann aber unter diesen Bedinungen nicht mehr weitermachen.
Die Ernsthaftigkeit des Studiums wird dadurch eventuell gehoben.
Frage: Warum keine Eingangsprüfung? Antwort: weder methodisch noch personell vorbereitet.
Vorschlag des Rektors: Alle StudentInnen der Uni Wien sollen als Zweitfach Publizistik inskripieren.
Die Arbeiten sind spätestens bis August abzugeben.
Mischfinanzierung war eine Art Garantie für die Unabhängigkeit.
Wegen der Konkurrenz steigen die Kosten für publikumswirksames Programm, aber die Werbeeinnahmen sinken.
Legitimationsproblem: Sind die Gebühren noch angemessen, wenn nur wenige zuschauen?
Wissenschafts-, Wirtschafts-, Kulturberichterstattung gestiegen; generell mehr Information.
Unterhaltung: Kennzeichnung der Kinder-Kompatibilität; bewußter Verzicht auf einige publikuswirksame Programmtypen.
Qualität
AuslandskorrespondentInnen-Netzwerk
Keine Werbung durch Programmschaffende
Kein Product Placement
Von der Regierung großteils übernommen.
Gesetzlicher Auftrag: Versorgungs-, Programmauftrag
Wirtschaftliches Umfeld: Zwei große Gruppen (RTL und Kirch) => ORF hat international wenig Einfluß auf Lizenzkosten etc.
Viel kritisiert im Gesetzentwurf:
Anspruchsvolle Sendungen im Hauptabendprogramm erzwungen - was ist anspruchsvoll?
Werbung notwendig? Laut ORF ja.
Prof. Langenbucher: Gesetzlicher Eingriff in die Programmgestaltung ist indiskutabel. Großes Mißtrauen des Gesetzgebers in die Institution ÖR Rundfunk. Machtinstrument, das den ÖR Rundfunk zerstören kann.
Ad Krisenbewußtsein: an ARD-Jahrbuch nachvollziehbar: bis Ende der 80erjahre kein Krisenbewußtsein, 1989-1990 gekippt.
Nutzung der Online-Medien beschränkt kaum die herkömmliche Mediennutzung.
ca. 10 % der WWW-Nutzung auf Seiten von Zeitungen und Zeitschriften, nur 1-2 % auf Radio- und TV-Sites.
http://members.aon.at/adlbrecht/internet_medien.pdf
Kampf ums Zeitbudget: Internet erfordert eine aktive Zuwendung, Medien-Zeitbudget erlaubt kaum mehr weitere Ausweitung
Tägliche gemessene Nutzungszeit, umgelegt auf die Gesamtbevölkerung: 2 Minuten Internet, 148 Minuten Fernsehen.
Offen: Refinanzierung von Qualitätsangeboten: Werbung? Micropayment? Politsche Rahmenbedingungen?
Seminararbeiten entweder am Institut abgeben oder per Post an Schottenfeldg. 61, 1070 Wien.
© Balázs Bárány.
(Homepage)
Zuletzt geändert:
2001-06-27.