1998-10-05 Peter Purgathofer: Einleitung + Geschichte
1998-10-12 Peter Purgathofer: Die Geschichte der Rechenmaschinen
1998-10-19 Peter Purgathofer: Die Geschichte der Telekommunikation
1998-11-09 Margit Pohl: Menschliche Informationsverarbeitung
1998-11-16 Margit Pohl: Menschliche Informationsverarbeitung
1998-11-23 Margit Pohl: Gesellschaftliche Aspekte von Informationsstrukturen
1998-11-30 Christian Stary: Informationsverarbeitung im Computer
1998-12-14 Christian Stary: Informationsverarbeitung im Computer
1999-01-11 Wolfgang Hofkirchner: Infowar
1999-01-18 Wolfgang Hofkirchner: Informationsgesellschaft
1999-01-25 Wolfgang Hofkirchner: "Information" und Selbstorganisation
Peter Fleissner, Wolfgang Hofkirchner, Harald Müller, Margit Pohl uA: Der Mensch lebt nicht vom Bit allein
Am Schluß jedes Blocks 20-25minütiger Test: 19. 10, 23. 11., 14. 12., 25. 1.
Zulässige Literatur: das Buch.
Bankomat, Videorecorder
"Page 10 of 9"
1 oder |: die älteste Ziffer
(0 ist die jüngste 8-))
eigene Ziffer für jede Zehnerpotenz, beginnend mit | = 1. Die Zahlen wurden gebildet, indem das entsprechende Symbol oft genug hingeschrieben wurde. (=additives Zahlensystem) Vorteil: beliebige Reihenfolge, Anordnung möglich.
Alle Grundrechenoperationen möglich.
Eigene Symbole für Fünf
I: 1, V: 5, X: 10 usw.
Eigene Rechenblätter für Rechenoperationen:
| 100 | 50 | 10 | 5 | 1 |
| .
. | . | .
. . | .
. . | |
| . | .
. . . | .
. . |
||
|
|
|
|
|
|
| . | ... | ... | .. | . |
60er-System, Mischform. Auf dieses System gehen unsere Winkel- und Zeitmessungssysteme zurück.
[][1][1] = 61
[][10][1] = 601
Die BabylonierInnen hatten keine 0, was viele Probleme verursacht hat. (Verwechslung von Zahlen) Trotzdem war es möglich, Brüche zu schreiben und quadratische Gleichungen zu lösen (!).
(ca. 600 n. Chr.)
Ziffern 0-9
Großer Fortschritt: die Einführung der 0. (Die Griechen haben es nicht geschafft!)
820 wurde das Buch ins Arabische übersetzt, im 12. Jh. ins Lateinische, daher die Bezeichnung "arabisches System".
Im 13. Jh. in Italien verboten, weil es sehr leicht war, z.B. aus 250 2500 zu machen. Außerdem gab es Leute, die das System nicht verstanden haben. (z.B. XXXII: 30+2 = 302) Es gab auch keine Rechenblätter und -maschinen.
Bis zum 17. Jahrhundert haben sich die römischen Zahlen gehalten.
(dafür war 0 notwendig)
Das Rechnen mit Binärzahlen hat sich in der menschlichen Welt nicht wirklich durchgesetzt.
1998-10-12 Die Geschichte der Rechenmaschinen
Zum 1. Test kommen: Kapitel 2, 3, 4, 10.2, 10.3
Es wird einen Zusatztermin am Anfang des Sommersemesters geben, bei dem ein beliebiger Test wiederholt werden kann.
Sein Vater mußte Steuereintreiber überwachen und eine Menge rechnen.
Erste Maschine: 1642, konnte addieren und subtrahieren.
Trick für Subtraktion:
X - Y = 999.999-(999.999 - X + Y)
z.B. 000.210 - 80
999.789 + 80
(die Zehnerkomplemente waren rot, darauf geht unsere heutige Gewohnheit, negative Geldbeträge rot zu schreiben, zurück.)
Seine Maschine konnte sogar multiplizieren und dividieren. Sie hatte einen Register und einen Akkumulator.
Um mit 75 zu multiplizieren, wurde ein Rad fünfmal gedreht, dann umgestellt, sodaß nachher für jede Drehung der Registerinhalt zehnmal gezählt wurde.
ca. 1850: erste Maschinen ("difference engines"), die Tabellen für Polinomausdrücke und Logarithmentabellen ausdrucken konnten. Die Finanzierung erfolgte durchs Kriegsministerium.
Nachher eine "Analytical Engine" entworfen mit Speicher für bis zu 50 Zahlen mit jeweils bis zu 50 Ziffern gebaut, die als erster Computer gelten kann. Befehle auf Lochkarten: Sprung, IF-Befehle. Die Maschine war 10 m lang, 5 m hoch. Die Maschine wurde nie gebaut.
Es gab Programme für diesen imaginären Computer von Lady Ada Lovelace (Tochter von Lord George Byron). Ihr zu Ehren ist die Programmiersprache Ada benannt.
Buchempfehlung: Gibson & Sterling: "The differential engine" (sci-fi, was wäre, wenn die Babbage-Maschine gebaut worden wäre?)
Größtes Problem: Datenmengenproblem.
In den USA wurde schon damals alle 10 Jahre eine Volkszählung durchgeführt. Es war problematisch, die Zahlenmengen auszuwerten, nach 1880 hat sie dann 12 Jahre gedauert.
Hollerith baute eine Maschine, die auf Lochkarten basierte, in die die Daten der Menschen eingestanzt wurden. Er hat auch Sortiermaschinen gebaut.
1982 wurde an der TU Wien noch in einer Programmierübung ein Beispiel auf Lochkarten abgegeben.
Hollerith gründete eine Firma, die etwas später mit anderen Firmen zu IBM fusinierte.
Er war Bauingenieur, und wollte keine Statikberechnungen lösen, also baute er innerhalb weniger Wochen Z1, seinen ersten Computer. Zwischen 1936 und 1943 baute er weitere.
Den Nazis war das wurscht, Zuse wanderte in die Schweiz aus und baute Z4 bereits dort.
Die Hauptaufgabe der Maschinen in dieser Zeit war chiffrieren und dechiffrieren.
Die Briten bauten den ersten elektronischen Rechner, Colossus.
In den USA wurde 1939 Mark-1 gebaut. Es konnte 23stellige Zahlen in nur 6 Sekunden multiplizieren.
ENIAC-1 (Electronic Numeric Integrator and Computer) wurde während des Krieges begonnen (deswegen Integrator, weil das Verteidungsministerium nur etwas zahlen wollte, was ballistische Tabellen berechnet), aber erst nachher beendet. Es bestand aus 17.000 Röhren und braucht nur mehr 0,3 Sekunden für eine Berechnung.
ENIAC-1 war ein Raum voll mit Elektronik. Es wurde anfangs vor allem auch von Frauen programmiert.
Das Originelle an ENIAC-1 war, daß versucht wurde, eine allgemeine Maschine zu bauen. Daten und Befehle wurden getrennt.
Neumann János hat einen Entwurf für Maschinen geschrieben, in der alles miteinander verbunden war.
Aus dieser Zeit stammt die Schätzung eines IBM-Mitarbeiters: Der Weltbedarf an Computern beträgt ca. 8 Stück.
1977: Apple-1. BASIC-Interpreter im ROM, 16 kB RAM.
80-er-Jahre: IBM-PC. Diesem Husch-Pfusch-System verdanken wir einige Ärgernisse wie 640 kB, MS-DOS (no comment).
Hier wurde etwas anders gearbeitet als bei den anderen Firmen. Dadurch sind auch viele revolutionäre Erfindungen gemacht, wie z.B. Maus, Pull-down-Menüs und grafische Benutzeroberflächen.
1981: Xerox Star: irrsinnig langsam und sehr teuer, aber sehr innovativ.
1984: Apple MacIntosh.
noch vor 15 Jahren wurden, um Speicherplatz zu sparen, Datumsfelder als YYMMDD angelegt (19XX ist eh immer! 8-))
Chips, die das Datum mit zwei Ziffern speichern, sind z.B. in stromerzeugenden Turbinen, Herzschrittmachern usw. eingebaut.
Wenn nur 10 % der Stromerzeugung ausfällt, fällt der Rest auch - wegen Überlastung - aus. Dann funktionieren übrigens auch die Tankstellen nicht mehr.
Tatsächliche Tests haben schon gezeigt, daß manche Kraftwerke ausfallen. Tip von Experten: Bitte nicht im Allgemeinen Krankenhaus liegen.
1998-10-19 Die Geschichte der Telekommunikation
| 1780 | 1790 | 1800 | 1810 | 1820 | 1830 | 1840 | 1850 | 1860 | 1870 | 1880 | 1890 | 1900 | 1910 | 1920 | 1930 | 1940 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 | |
| 1789: Französische Revolution: Telegraf: Flaggen auf Türmen. | *2 | 1836: Mißbrauch durch Bankiers (Börsenkurse) Diskussion, ob staatlich oder öffentlich *1 | 1844 Morse *3 | 1868:*4 | 1876: Bell überträgt Sprache *5 | 1936: *6 | |||||||||||||||||
*1 Staatliches Monopol blieb in Frankreich, in anderen Ländern wurden private Strecken zugelassen. Erste Kryptografiesysteme.
*2 Oersted "entdeckt" die Elektrizität
*3 Samuel Morse bekommt die Rechte an einem elektronischen Telegrafen, vermietet die Leitung für Börsenkurse, Nachrichten usw.
*4 England verstaatlicht die Telegrafie
*5 Bell hat sich vorgestellt, das Telefon als Massenmedium zu benutzen
Early Adopter: Leute, die neue Dinge als erste kaufen
1878: Zugunglück bei Boston, Hilferuf über Telefon, großer Anklang
1904 bereits US-weites Telefonnetz, 1910 ca. 25 % der Haushalte, 1920 ca. 50 %.
1904: Bells Firma wird von J. P. Morgan (=Mafia) aufgekauft. AT&T entsteht, und damit ein unheimliches Monopol auf dem Telefoniemarkt.
*6: Kostenlose lokale Telefongespräche vom FCC (Federal Communications Commission) vorgeschrieben
1939: Futuristen-Klub gegründet, bald wegen angeblichen Gelddrucks vom Secret Service überprüft.
So wurden anfangs Leute bezeichnet, die die ersten Computer programmiert haben. Später ging die Bezeichnung auf Leute über, die in fremde Systeme ein"brechen".
1984: Legends of Doom: Hackergruppe, Leiter "Lex Luthor".
Hackerethos: Keinen Schaden anrichten, nur etwas schaffen, was andere nicht geschafft haben.
2600: HackerInnenmagazin, größter LeserInnenkreis: Sicherheitsbeauftragte, Behördern usw.
1986: Secret Service beginnt, sich um Legends of Doom zu kümmern, um Kreditkartenbetrug zu verhindern.
1990: 400 Mio. Telefone in den USA. Am 15. Jänner stürzt das Telefonsystem teilweise ab. Grund: Neue Systemversion der Switching-Software, kleiner Bug, der sich aber exponentiell verbreitet hat. Secret Service glaubt aber, daß Legends of Doom schuld war und nimmt viele Leute fest.
Bücher:
Bruce Sterling: "Hacker Crackdown", "holy fire"
William Gibson: "Neuromancer", "Mona Lisa Overdrive", "Biochips"
Sterling/Gibson: Differencial Engine
Neil Stephenson: "snow crash", "diamond age"
Douglas Adams: "hitchikers guide to the galaxy", "last chance to see"
Tom Robbins: "panaroma", "salomes siebter schleier"
1. Erklären Sie die Unterschiede zwischen stellenbasierten und additiven Zahlensystemen. Was war der Vorteil der additiven Systeme?
2. Multiplizieren Sie 42 mit 29 im ägyptischen Zahlensystem.
3. Welche Behörde hat 1935-1960 die Computerprojekte am massivsten finanziert und was hat sie sich dafür gewünscht?
4. Zwischen welchen französischen Städten wurden die ersten optischen Telegrafen gebaut? Welche Distanz wurde überwunden? Wie lang brauchten die Nachrichten für die Strecke? Wie groß waren die Abstände zwischen den Türmen?
5. Nach wem sind die Programmiersprachen Pascal und ADA benannt, und was verdanken wir diesen Personen?
Achtung, großer Unterschied zwischen menschlicher Kommunikation und Kommunikation der Menschen untereinander!
Information bedeutet für Menschen auch etwas ganz anderes als für Computer.
Menschen: auch soziale Beziehungen werden konstituiert. Z.B. Vorlesung: Ziel ist nicht nur die Informationsübertragung, sondern auch z.B. daß Studierende fertigstudieren usw. Z.B. "Ich liebe dich": meist redundant, keine Information wird ausgetauscht, aber ein soziales Verhältnis verstärkt.
1. Kognitionswissenschaft
2. Das menschliche Nervensystem
3. Modelle der menschlichen Wissensrepräsentation
4. Informationsverarbeitung und Kommunikation
5. Neue Technologien und neues Denken
Der menschliche Geist funktioniert wie ein Computerprogramm, das auf der menschlichen Hardware ebenso laufen kann wie auf einem Computer.
Es gibt eine eigene Ebene für die Symbole und Regeln kognitiver Prozesse, die nicht identisch mit der Ebene des Gehirns ist.
Psychologie, Philosophie, Linguistik, Anthropologie, Künstliche Intelligenz
Aus dem Kontext heraus kann der Mensch auch fehlerhafte oder fehlende Information ergänzen. (Aufgrund von Erwartungen, "Vorurteilen")
Wenn mensch davon ausgeht, daß Menschen Informationen bildlich verarbeiten, sind Icons das richtige Mittel der Programmbedienung.
Es gibt in der Realität Fälle, die nicht in ein Datenbankmodell passen (z.B. Vögel: Pinguin)
Es hat sich herausgestellt, daß sich Menschen nicht diesem Informationsmodell gemäß verhalten.
Keine Hierarchie mehr, sondern "Nähe" der Knoten als bestimmender Faktor der Informationsverknüpfung.
Es wurde schon in den 30erjahren gezeigt, daß Menschen indianische Märchen besser nacherzählen konnten, wenn diese ihrem Kulturkreis oder ihren Erfahrungen ähnlicher waren.
Mit einem Schema, das in richtiger Form in den Computer eingegeben wurde, kann dieser Geschichten besser "verstehen".
Art der Modellierung menschlichen und maschinellen Wissens, seit Mitte der 80er populär.
Menschliche Nervenzellen arbeiten parallel und unabhängig voneinander; es wurde versucht, dieses Verhalten auch auf Computer umzusetzen, entweder mit wirklich parallelen Computern (teuer, kompliziert) oder auf klassischen Computern mit Software (Hauptanwendung: Mustererkennung).
Neuronale Netze sind, wie Menschen, fehlertolerant; sie reagieren sehr ähnlich auf richtige und etwas verfälschte Begriffe (z.B. Sport - Spurt).
Wir konstruieren ständig "Hypothesen" und testen sie, z.B. wenn wir eine neue Software ausprobieren ("wenn ich hier klicke, passiert das") - "Magische Modelle"
Wichtig ist nicht, wie die Modelle funktionieren - wichtig ist, daß sie funktionieren.
Kognitionswissenschaftliche Sicht: Austausch von Information
Sozialpsychologische/Soziologische Sicht: Herstellung von Beziehungen zu anderen Menschen
1. Verbale Kommunikation ist nicht nur Austausch von Information
2. Ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation ist die Definition der Situation, in der wir uns befinden.
3. Kommunikation ist regelgeleitet.
1. Schriftrollen
2. Kodex
3. Buch
4. Hypertext
Hypertext besteht aus "Nodes" und "Links"; Dokumenten und Verweisen.
Schlagworte, die Teilaspekte charakterisieren:
Eine mögliche Definition: Ein System ist eine geordnete Mannigfaltigkeit von Objekten, zwischen denen gewisse Relationen bestehen.
Jenes Subsystem der Gesellschaft, das Güter und Dienstleistungen erzeugt, verteilt und ihren Konsum ermöglicht, auf deren Grundlage die Menschen sich selbst jeweils individuell und ihre Gattung reproduzieren. Die Ziele sind zunächst die Gewinnung, Umwandlung und Gestaltung von antürlichen Stoffen und Energieströmen nach menschlichen Bedürfnissen.
Wirtschaft: enge Verbindung von materiellen und informationsverarbeitenden Prozessen =>
Wirtschaftssubjekte erzeugen und verarbeiten Information =>
Wirtschaft ist ein sich selbst beobachtendes System =>
Wirtschaft ist ein informationsverarbeitendes System
Wirtschaftssubjekte treffen Entscheidungen =>
Sie werden von anderen Wirtschaftssubjekten beobachtet und interpretiert =>
komplexe Abläufe =>
wissenschaftliche Vorhersage von Wirtschaftsprozessen daher kompliziert
Wirtschaft ist kompliziert und nur sehr schwer (mathematisch) modellierbar, weil die informationsverarbeitende Komponente drinnen ist.
Nachbildung der Wirklichkeit in verkleinertem Maßstab
Abbildung der Wirklichkeit in symbolischer Form
IS A person"
"Hans HAS A head"
Information: interpretierte Daten zur Darstellung von Sachverhalten der beobachteten Welt
entstanden, um Unternehmen (=Organisationen) mit Informationen zu versorgen:
| \ \ in wechselseitigen Abhängigkeiten / / |
1. Zuordnung Aufgaben/Personen: Rollen-, Arbeitsplatzbeschreibung. Qualifikation
2. Aufgabenbezogene Hilfsmittel: Karteikarten zur Personalplanung
3. Daten aus der Produktion
4. Zuweisung: Personaldaten => Aufgaben; Personenbezogene Daten => Aufgaben
5. Datenverarbeitende Hilfsmittel: Karteikarten, Computer
6. Aufgabenbezogene, datenverarbeitende Hilfsmittel: z.B. Integriertes Paket zur Finanzbuchhaltung, Textverarbeitung für Mahnwesen
Umgang: Erfassen, Sortieren, Selektieren, Auflisten, Zusammenführen von Daten
DBMS: Datenbankmanagementsystem
1. Datenmodellierung
2. Eintrag in Datenverzeichnis ("Data Dictionary")
3. Festlegung der Reportstrukturen (Auswertungen)
Klassifizierung (Classification): Member-of/Instance-of
Aggregation (part-of)
Generalisation (is-a/subset-of)
Partitions, Context
Abstract Data Types
z.B. data-type person =
id: sknr;
name: string
........................
op1: change_id(id, name)
op2: insert_tell_m(id)
........................
end
4:38 ... Information (Vorinterpretierte Syntax)
Wissen < Information (= problemspezifisch angewandte Information ^= interpretierte Semantik)
Für Wissen muß Information geeignet strukturiert sein!
AI: "Kognition beruht auf der Manipulation symbolischer Repräsentationen, welche Objekte und Eigenschaften der Welt bezeichnen" (physical symbol hypothesis)
=> Zielorientierte Analyse: Erklärung von Problemlösungen
=> Methodische Analyse
Vx(Person(x) => sterblich(x)) \
Vx(Hund(x)) => sterblich(x)) ........ "Facts"
Person(Sokrates) /
Modus Ponens: sterblich(Sokrates)
Procedure Person(x)
IF(X=Sokrates) THEN RETURN TRUE ELSE RETURN FALSE.
Statische Darstellung von Beziehungen (Kanten) von Objekten (Knoten) und Eigenschaften (Knoten).
Die KI geht immer von einem Problem aus, repräsentiert und interpretiert es (Modell) und versucht, es durch Algorithmen oder Heuristiken zu lösen.
Das "Problem"
Heuristik:
Heuristischer Prozeß:
Diese Art, Schlüsse zu ziehen, entspricht dem Vorgang, Zusammenhänge zwischen Aussagen zu finden, deren Sinnhaftigkeit durch Erfahrung be- bzw. widerlegt wird.
Beispiel: gegeben sei folgende Menge von Fakten:
Prämisse 1: Das Pferd legt die Ohren an.
Prämisse 2: Das Pferd ist böse.
Folgerung: Wenn das Pferd die Ohren anlegt, dann ist es böse.
Mit Ergebnissen von Schlußfolgerungsmechanismen muß generell vorsichtig umgegangen werden!
Diese Art des Schlußfolgerns wird auch quasi-deduktiv genannt, da mentale Schlüsse mit Unsicherheiten behaftet sind ("meist", "wohl"), aber dem Allgemeinverständnis ("common sense") entsprechen.
Gilt A -> B und B, kann daraus "meist" A gefolgert werden.
1999-01-11 Wolfgang Hofkirchner: Infowar
All diese "Entwicklungen" sind Folgen der informationstechnischen Revolution. Sie haben Auswirkungen auf unser Leben.
Das Konzept
400 v. u. Z: Wurzeln: Sun Tzu, "Die Kunst des Krieges" - Information (auf der eigenen Seite), Täuschung (des Gegners)
1985 Begriff erstmals in China verwendet: Shen Weiguang, 1990 (in einem Buch)
1992 in den US-Streitkräften in einem Geheimdokument: DOD TS 3600.1 - Information Warfare
1993 erste offizielle Erwähnung: Memorandum of Policy No. 30 "Command and Control Warfare" - Verweis auf Golfkrieg
1993 Publikation, RAND Corp.: Cyberwar is coming! (Arquilla/Ronfeldt)
Seit 1995 definiert: Joint Doctrine for Command and Control Warfare JP 3-13.1 (Ziel: O-O-D-A-loop = Observation, Orientation, Decision, Action)
C2: Command & Control
C3: Command, Control & Communication
C4: Command, Control, Communication & Computers
...I: & Intelligence
C4ISR: Command, Control, Communication, Computers, Intelligence, Surveillance & Reconnaissance
C2W: "militärische Strategie, die den InfoWar auf dem Schlachtfeld einführt und die physische Zerstörung mit einschließt. Ihr Ziel ist es, die feindlichen Kommandostrukturen vom Truppenkörper abzutrennen."
Agrarzeitalter: Besiegung der feindlichen Armeen
Industriezeitalter: Besiegung der feindlichen Armeen + Zerstörung des militärischen Potentials (Möglichkeit, neuen Krieg zu führen)
Informationszeitalter: Besiegung der feindlichen Armeen + Zerstörung des militärischen Potentials + Störung der informationellen Infrastruktur
Steigerung der Letalität statt Unblutigkeit durch Effizienzsteigerung der Kriegsmaschinerie infolge
Totalisierung des Krieges statt Begrenzung durch Ausdehnung auf die ganze Zivilgesellschaft
infolge des Angriffs auf die Wissens- und Glaubenssysteme
Versuch, den Krieg zu retten (Chris Hables Gray: "Postmodern War"), statt Zurückdrängung des militärischen Faktors angesichts der Paradoxie des totalen Krieges.
1999-01-18 Informationsgesellschaft
Nachtragsprüfung: Do., 11.3. 17:00 Informatik-Hörsaal
Gesellschaft => Gestaltung => Technik => Wirkung => Gesellschaft
Die Gesellschaft entwickelt technische Strukturen; die Technik unterstützt und schafft gesellschaftliche Funktionen.
1.1.1 Technikgläubigkeit
1.1.2 Technikverteufelung
1.2.1 Gesellschaftsapologetik
1.2.2 Gesellschaftskritik
Es gibt keine eindeutige Determination zwischen Gesellschaft und Technik, Gestaltung und Wirkung.
| beabsichtigte | unbeabsichtigte | |
| erwünschte | Erfolge | |
unerwünschte | zusätzliche | Neben-, Fernwirkungen |
ersetzende | Mißbräuche | |
Fehler
|
Aufgabe der Gestaltungs- und Wirkungsforschung: Optimierung des Technikeinsatzes
(Kap. 12)
Technikfolgenabschätzung (in den USA seit den 60erjahren)
Probleme in der Praxis: Wirkungen des Technikeinsatzes => Theorie
| Soziosphäre | Gesellschaft | gesellschaftliche Formation |
| Ökosphäre | Natur | natürliche Reproduktion |
| Technosphäre | Technik <=> Mensch | technologische Organisation |
V | ||
| Werkzeuge, Bedarfsmittel, materielle und ideelle Kulturgüter |
"Die katastrophische Gefährlichkeit einer solchen Universalmaschine liegt auf der Hand. Würde nämlich - was bei der Degradierung aller Apparate zu Apparatteilen der Fall wäre - die totale Interdependenz zwischen allen ihren Teilen Wirklichkeit werden, dann würde jedes Versagen eines Teiles automatisch den ganzen Apparat in Mitleidenschaft ziehen, also stillegen." - Günther Anders, 1960 (Die Antiquiertheit des Menschen)
Technik muß so gestaltet werden, daß menschliches Eingreifen immer möglich ist.
Die "Entwicklung" des Kapitalismus führt zu einer totalen Flexibilisierung: Mit dem Computer steht ein Werkzeug zur Verfügung, das sowohl die Arbeits- als auch die Technikkosten verringert.
| Function | Organism | Society |
| Sensor | sensory organs | reporters, researchers |
| Decoder | perception | experts, politicians, public opinion |
| Channel and net | nerves, neurons | communication media |
(Ein Entwicklungssprung?)
Eine Folge der Computereinführung (Telematisierung): Höherqualifizierung der Menschen.
=> Flexibilisierung
Umwelt: Vernutzung und Verschmutzung von Naturressourcen.
Technik: Zerstörung von technischen Ressourcen
Menschen: Brachlegung von Humanressourcen
Flexibilisierung: globale Ineffektivierung
=> Globale Problematik (global: die ganze Menschheit betreffend und nur von der ganzen Menschheit lösbar)
Technik: kapital- und arbeitssparende Rationalisierung
Menschen: Steigerung der Differenzierung
Umwelt: steigende Inanspruchnahme als Gratisdienst
Flexibilisierung: Ökonomisierung
Gesellschaft: Dominanz der Ökonomie über Politik und Kultur
=> Dominanz der Ökonomie über Menschen, Technik, Umwelt
Unter der Dominanz des Ökonomischen kann die Gesellschaft nicht mehr wie bisher aufrechterhalten werden.
"in" "formare"
| Menschen | Natur | "gestalten" |
| Natur | Natur | "hervorbringen" |
| Gott | Natur | "formen" |
| Menschen | Menschen | "bilden" |
| Natur | Menschen | "(ein)prägen" |
| Gott | Menschen | "belehren" |
Der Informationsbegriff hat sich seit der Antike sehr eingeengt.
Informationsbegriff nach Shannon und Weaver konzentriert sich auf die (technische) Nachrichtenübermittlung. Shannon und Weaver haben sich nur auf einen Aspekt konzentriert, und zwar auf die "Nachricht" (=Daten). Die Bedeutung der Zeichen wurde ausgeklammert.
Syntaktik: Zeichen <=> Zeichen
Semantik: Zeichen <=> Objekt ("Bedeutung" von Zeichen)
Pragmatik: Zeichen <=> Subjekt (Wirkung der Zeichen, Verhalten der Individuen, die Zeichen verwenden)
1. Was ist Selbstorganisation?
Theorie evolutionärer Systeme:
2. Ein umfassender Informationsbegriff auf evolutionär-systemtheoretischer Grundlage
Selbstorganisation erfordert Entropieexport: es muß mehr Entropie ausgeführt als eingeführt werden. Die Energiebilanz kann ausgeglichen sein, allerdings muß die Einfuhr aus hochwertiger Energie und die Ausfuhr aus geringerwertiger Energie bestehen.
Ebenen lebender Systeme:
Input wirkt auf die Elemente; der Output ist das Verhalten.
Ein Evolutionsprozeß ist eine Folge von Zyklen der Selbstorganisation ("Evolutionsspirale"): Phasen von Selbstorganisation und Instabilität wechseln sich ab.
| Output | |||
| Verhalten | Pragmatik | ||
| Zustand | Semantik | ||
| Struktur | Syntaktik | ||
| Input |
Bei mechanischen Systemen gibt es eine eineindeutige Input-Output-Zuordnung bei mechanischen Systemen (altes Weltbild der Naturwissenschaften).
Ein nichtselbstorganisierendes System entfaltet aus einer Ursache durch Energiezufuhr eine eindeutig bestimmte Wirkung.
Bei nichtmechanischen Systemen ist die Input-Output-Zuordnung mehrdeutig.
Ein selbstmodifizierendes System produziert aus einem "Anstoß" eine "evozierte Reflexion". Hinein kommt niedrig entropische Energie, abgegeben wird hoch entropische Energie.
Ein selbsterhaltendes selbstmodifizierendes System strukturiert einen Reiz, funktionalisiert das Ergebnis und liefert eine angepaßte Reaktion. Aus Symbolen werden Bedeutungen.
Ein selbstgenerierendes selbsterhaltendes selbstmodifizierendes
System generiert aus einer Situation "Mittel"; daraus
"Zwecke" und daraus "Ziele". Aus den Zielen
wird die intendierte Aktion generiert. ("Weisheit")
© Balázs Bárány,
Peter Purgathofer, Margit Pohl, Christian Stary, Wolfgang Hofkirchner.
Nicht autorisiert. Für Nutzungsbedingungen siehe http://www.tud.at/uni/kleingedrucktes.htm.
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